Website neu bauen

Site-Audit alle sechs Monate: Routine als Wettbewerbsvorteil

Stand: 8. Februar 20264 Min Lesezeit

Was drin steht

  • Eine Website altert wie eine Werkstatt: ohne Routine wird sie unordentlich, ohne dass es jemand bemerkt. Halbjährliche Audits sind die einfache Gegen-Routine.
  • Ein gutes Audit prüft sechs Felder: Inhalts-Aktualität, Performance, SEO-Hygiene, Conversion-Mechanik, Sicherheit, rechtliche Pflichten.
  • Faustregel: 90 Minuten pro Halbjahr für die schnelle Variante, ein halber Tag für die ausführliche. Beides ehrlich gemacht schlägt jede unkoordinierte Detail-Arbeit.
  • Wichtig: Audit ist nicht „mal kurz drüberschauen“, sondern dokumentierte Befund-Liste mit klaren Reparatur-Aufträgen. Was nicht aufgeschrieben ist, wird nicht repariert.
  • Wir empfehlen ein automatisches Werkzeug für die technischen Felder (Performance, SEO, Sicherheit) plus menschlichen Blick für Inhalt und Conversion.

„Unsere Website ist gut, die haben wir vor zwei Jahren neu gemacht.“ Diesen Satz hören wir oft — und meistens stimmt er nicht mehr. Eine Website altert leise, in vielen kleinen Schritten. Halbjährliche Audits sind die einzige Routine, die diese Alterung sichtbar macht — bevor sie Conversion kostet.

Warum eine Website still altert

Eine neue Website ist am Tag der Live-Schaltung in einem guten Zustand: aktuelle Inhalte, schnelle Ladezeiten, saubere SEO, funktionierende Formulare, rechtlich sauber. Schon nach sechs Monaten beginnen die ersten Verschleiß-Erscheinungen:

  • Inhalte veralten (Preise, Personen, Standorte, Angebote),
  • Performance sinkt (neue Bilder ohne Kompression, neue Tracking-Skripte),
  • Tote Links häufen sich (Verweise auf entfernte Seiten, geänderte URL-Strukturen),
  • SEO-Hygiene leidet (neue Seiten ohne saubere Meta-Description, fehlende Strukturen),
  • Rechtliche Pflichten ändern sich (Cookie-Banner-Anforderungen, BFSG-Stand, Impressums-Angaben).

Nichts davon ist dramatisch. Aber alles zusammen ergibt nach 24 Monaten eine Site, die deutlich schwächer wirkt als am ersten Tag — ohne dass jemand eine bewusste Verschlechterung beschlossen hätte. Genau das verhindert ein halbjährliches Audit.

Die sechs Felder eines guten Site-Audits

1. Inhalts-Aktualität

Was prüft das Audit: Alle Inhalts-Stellen, die sich ändern können — Preise, Personen, Adressen, Standorte, Öffnungszeiten, Angebote, Auszeichnungen, Stand-Daten („zuletzt aktualisiert am …“).

Typische Befunde: Mitarbeiter-Bilder von Personen, die nicht mehr im Haus sind. Preise, die seit einer Anpassung im April nicht mehr aktuell sind. Standort-Seiten für eine Filiale, die seit einem Jahr geschlossen ist. Solche Fehler kosten Vertrauen — und sie häufen sich, wenn niemand systematisch prüft.

2. Performance

Was prüft das Audit: Core Web Vitals (LCP, INP, CLS), Ladezeit auf mobilen Geräten, Bildgrößen, Skript-Inventar.

Typische Befunde: Drei neue große Bilder im Karussell, die ungeoptimiert hochgeladen wurden. Ein neues Chat-Widget, das eine halbe Sekunde Ladezeit kostet. Ein neues Tracking-Skript, das CLS verschlechtert hat.

3. SEO-Hygiene

Was prüft das Audit: Title-Tags, Meta-Descriptions, Überschriften-Struktur, interne Verlinkung, strukturierte Daten, tote Links, Indexierungs-Probleme.

Typische Befunde: Neue Unterseiten ohne Meta-Description. Doppelte H1-Überschriften. Verlinkungen auf alte URLs, die längst entfernt sind. Schema-Fehler nach Plattform-Update.

4. Conversion-Mechanik

Was prüft das Audit: Hero-Klarheit, CTA-Hierarchie, Formular-Friktion, Erreichbarkeits-Wege (Mail, Telefon, Termin-Buchung).

Typische Befunde: Im Hero stehen jetzt zwei Botschaften gleichzeitig (eine wurde irgendwann ergänzt). Drei zusätzliche CTAs im Header, die niemand mehr wollte. Ein Formular-Pflichtfeld, das hinzukam, weil „der Vertrieb das brauchte“ — aber die Conversion-Quote eingebrochen ist.

5. Sicherheit

Was prüft das Audit: HTTPS-Status, gültige Zertifikate, sichere Header (Content-Security-Policy, X-Frame-Options), keine bekannten Schwachstellen im eingesetzten System.

Typische Befunde: Ein Zertifikat, das in 30 Tagen abläuft. Eine alte Komponenten-Version mit bekannter Sicherheitslücke. Fehlende Sicherheits-Header.

6. Rechtliche Pflichten

Was prüft das Audit: Impressum aktuell, Datenschutzerklärung aktuell, Cookie-Banner rechtssicher, BFSG-Anforderungen erfüllt (sofern betroffen), KI-Hinweis-Pflicht (sofern KI eingesetzt), AGB aktuell.

Typische Befunde: Cookie-Banner ohne Ablehnen-Knopf gleichwertig. Datenschutzerklärung, die noch ein altes Tracking-Tool aufführt. Kein KI-Hinweis trotz eingebautem KI-Berater. Fehlende BFSG-Verbesserungen nach Stichtag.

Wie lange dauert ein gutes Audit?

Zwei sinnvolle Varianten je nach Site-Größe:

  • Schnelles Audit (90 Minuten): Automatisches Werkzeug für die technischen Felder (Performance, SEO, Sicherheit), kurzer menschlicher Blick auf Inhalt, Conversion, Recht. Geeignet als Halbjahres-Routine für kleinere Sites bis 50 Seiten.
  • Ausführliches Audit (halber Tag): Vollständige Checkliste aller sechs Felder, Stichproben auf Unterseiten, dokumentierte Befund-Liste mit Reparatur-Empfehlungen. Geeignet als Jahres-Routine, oder halbjährlich für größere Sites mit über 100 Seiten.

Wichtig: Beides muss dokumentiert werden. Ein Audit ohne schriftliche Befund-Liste ist verlorene Arbeit — die Erkenntnisse versickern in Mails und Notizen.

Audit-Werkzeuge: was lohnt sich

Für die technischen Felder gibt es solide kostenlose oder günstige Werkzeuge:

  • Performance: PageSpeed Insights, Lighthouse, Real-User-Monitoring,
  • SEO: Google Search Console (Pflicht), zusätzlich ein technisches Crawler-Werkzeug,
  • Sicherheit: SSL-Check, Security-Header-Check, CVE-Scan für eingesetzte Komponenten,
  • Rechtliches: aktuelle Cookie-Banner-Prüfer, BFSG-Checker.

Was kein Werkzeug ersetzt: den menschlichen Blick auf Inhalt und Conversion. Hero-Klarheit, Marken-Ton, Aktualität von Texten — das prüft kein Tool zuverlässig.

Audit-Routine im Kalender festziehen

Was diese Routine am häufigsten zum Scheitern bringt, ist nicht der Aufwand, sondern das Vergessen. Was hilft:

  • Feste Quartalstermine im Kalender — zwei Quartale Audit, zwei Quartale Umsetzung.
  • Audit-Verantwortlichkeit einer Person zugeordnet, nicht „dem Team“.
  • Standard-Checkliste, die nicht jedes Mal neu erfunden wird.
  • Befund-Tracker: Was wurde gefunden, was wurde repariert, was bleibt offen.

Mit dieser Routine ist eine Site nach zwei Jahren in besserem Zustand als zum Live-Tag — weil jede Audit-Runde Verbesserungen bringt, statt nur Verschleiß zu dokumentieren.

Was Hannes daraus macht

Wir bieten zwei Audit-Varianten an: einmal das kostenlose Selbst-Audit über unser Website-Check-Werkzeug, das die technischen Felder automatisch abprüft und in fünf Minuten einen Premium-PDF-Bericht liefert. Und einmal das ausführliche Audit als Beratungsleistung, bei dem wir auch Inhalt, Conversion-Mechanik und rechtliche Pflichten mit menschlichem Blick prüfen und einen Reparatur-Plan vorlegen. Für unsere eigenen Kunden ist das ausführliche Audit zweimal jährlich Teil der Betreuung — automatisch, ohne dass jemand daran denken muss.

Wenn du wissen willst, wo deine Site bei den technischen Audit-Feldern steht, ist das in fünf Minuten geprüft — kostenlos, ohne Login. Wer einen umfassenderen Blick mit Conversion- und Inhalts-Sicht will, kann das ausführliche Audit direkt buchen.

Häufige Fragen

Ist halbjährlich nicht zu oft? Reicht nicht einmal pro Jahr?
Für sehr stabile Sites mit wenig Inhalts-Bewegung reicht jährlich. Für aktive Sites mit regelmäßigen neuen Inhalten oder neuen Funktionen ist halbjährlich der bessere Rhythmus — sonst sammeln sich zu viele Befunde zwischen den Audit-Runden. Faustregel: Wenn ihr pro Monat mehr als drei größere Änderungen macht, ist halbjährlich besser.
Können wir das Audit selber machen oder brauchen wir externe Hilfe?
Die technischen Felder (Performance, SEO, Sicherheit) lassen sich gut mit den richtigen Werkzeugen selber prüfen. Conversion und Inhalt sind schwerer selbst zu beurteilen — der eigene Blick ist betriebsblind. Eine Mischung funktioniert oft gut: technisches Selbst-Audit halbjährlich, ausführliches externes Audit einmal jährlich.
Was passiert, wenn das Audit zu viele Befunde findet, die wir nicht alle reparieren können?
Priorisieren. Ein gutes Audit-Ergebnis hat eine Priorisierung: dringend (Conversion-Bremse, Rechts-Risiko, Sicherheits-Lücke), wichtig (Performance-Verlust, SEO-Risiko), nice-to-have (Detail-Verbesserungen). Die ersten zwei Kategorien müssen kurzfristig angegangen werden, die dritte kann in die nächste Runde rutschen.
Was kostet ein professionelles ausführliches Audit?
Das hängt stark von Site-Größe, Komplexität und Tiefe ab. Im Mittelstand bewegt sich ein gutes ausführliches Audit für eine Site mit 30 bis 80 Seiten meist im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich, bei größeren Sites entsprechend mehr. Wichtig ist nicht der Preis, sondern dass am Ende eine umsetzbare Befund-Liste mit Prioritäten steht — sonst ist es verlorenes Geld.
Können wir Audit-Erkenntnisse selbst umsetzen, oder brauchen wir den Audit-Anbieter dafür?
Beides möglich. Ein guter Audit-Bericht ist so geschrieben, dass auch eure interne Web-Person oder eure bisherige Agentur die Empfehlungen umsetzen kann. Wenn ihr keine eigene Web-Kompetenz im Haus habt, kann es sinnvoll sein, Umsetzung beim Audit-Anbieter mit zu beauftragen — kürzere Wege, keine Übersetzungs-Verluste.
Sollte ein Audit auch Inhalts-Vorschläge enthalten?
Ja, in der ausführlichen Variante. Ein gutes Audit benennt nicht nur „eure Hero-Zeile ist unklar“, sondern bietet zwei oder drei alternative Formulierungen an. Damit wird aus dem Befund eine umsetzbare Empfehlung — und nicht nur ein weiterer Punkt auf einer Liste, der unerledigt bleibt.

Das regeln wir — so sieht das bei uns aus.

Unsicher, wo deine Seite steht? Frag Hannes — er schaut sie sich an und sagt dir ehrlich, was zu holen ist.