Website neu bauen
Site-Audit alle sechs Monate: Routine als Wettbewerbsvorteil
Was drin steht
- Eine Website altert wie eine Werkstatt: ohne Routine wird sie unordentlich, ohne dass es jemand bemerkt. Halbjährliche Audits sind die einfache Gegen-Routine.
- Ein gutes Audit prüft sechs Felder: Inhalts-Aktualität, Performance, SEO-Hygiene, Conversion-Mechanik, Sicherheit, rechtliche Pflichten.
- Faustregel: 90 Minuten pro Halbjahr für die schnelle Variante, ein halber Tag für die ausführliche. Beides ehrlich gemacht schlägt jede unkoordinierte Detail-Arbeit.
- Wichtig: Audit ist nicht „mal kurz drüberschauen“, sondern dokumentierte Befund-Liste mit klaren Reparatur-Aufträgen. Was nicht aufgeschrieben ist, wird nicht repariert.
- Wir empfehlen ein automatisches Werkzeug für die technischen Felder (Performance, SEO, Sicherheit) plus menschlichen Blick für Inhalt und Conversion.
„Unsere Website ist gut, die haben wir vor zwei Jahren neu gemacht.“ Diesen Satz hören wir oft — und meistens stimmt er nicht mehr. Eine Website altert leise, in vielen kleinen Schritten. Halbjährliche Audits sind die einzige Routine, die diese Alterung sichtbar macht — bevor sie Conversion kostet.
Warum eine Website still altert
Eine neue Website ist am Tag der Live-Schaltung in einem guten Zustand: aktuelle Inhalte, schnelle Ladezeiten, saubere SEO, funktionierende Formulare, rechtlich sauber. Schon nach sechs Monaten beginnen die ersten Verschleiß-Erscheinungen:
- Inhalte veralten (Preise, Personen, Standorte, Angebote),
- Performance sinkt (neue Bilder ohne Kompression, neue Tracking-Skripte),
- Tote Links häufen sich (Verweise auf entfernte Seiten, geänderte URL-Strukturen),
- SEO-Hygiene leidet (neue Seiten ohne saubere Meta-Description, fehlende Strukturen),
- Rechtliche Pflichten ändern sich (Cookie-Banner-Anforderungen, BFSG-Stand, Impressums-Angaben).
Nichts davon ist dramatisch. Aber alles zusammen ergibt nach 24 Monaten eine Site, die deutlich schwächer wirkt als am ersten Tag — ohne dass jemand eine bewusste Verschlechterung beschlossen hätte. Genau das verhindert ein halbjährliches Audit.
Die sechs Felder eines guten Site-Audits
1. Inhalts-Aktualität
Was prüft das Audit: Alle Inhalts-Stellen, die sich ändern können — Preise, Personen, Adressen, Standorte, Öffnungszeiten, Angebote, Auszeichnungen, Stand-Daten („zuletzt aktualisiert am …“).
Typische Befunde: Mitarbeiter-Bilder von Personen, die nicht mehr im Haus sind. Preise, die seit einer Anpassung im April nicht mehr aktuell sind. Standort-Seiten für eine Filiale, die seit einem Jahr geschlossen ist. Solche Fehler kosten Vertrauen — und sie häufen sich, wenn niemand systematisch prüft.
2. Performance
Was prüft das Audit: Core Web Vitals (LCP, INP, CLS), Ladezeit auf mobilen Geräten, Bildgrößen, Skript-Inventar.
Typische Befunde: Drei neue große Bilder im Karussell, die ungeoptimiert hochgeladen wurden. Ein neues Chat-Widget, das eine halbe Sekunde Ladezeit kostet. Ein neues Tracking-Skript, das CLS verschlechtert hat.
3. SEO-Hygiene
Was prüft das Audit: Title-Tags, Meta-Descriptions, Überschriften-Struktur, interne Verlinkung, strukturierte Daten, tote Links, Indexierungs-Probleme.
Typische Befunde: Neue Unterseiten ohne Meta-Description. Doppelte H1-Überschriften. Verlinkungen auf alte URLs, die längst entfernt sind. Schema-Fehler nach Plattform-Update.
4. Conversion-Mechanik
Was prüft das Audit: Hero-Klarheit, CTA-Hierarchie, Formular-Friktion, Erreichbarkeits-Wege (Mail, Telefon, Termin-Buchung).
Typische Befunde: Im Hero stehen jetzt zwei Botschaften gleichzeitig (eine wurde irgendwann ergänzt). Drei zusätzliche CTAs im Header, die niemand mehr wollte. Ein Formular-Pflichtfeld, das hinzukam, weil „der Vertrieb das brauchte“ — aber die Conversion-Quote eingebrochen ist.
5. Sicherheit
Was prüft das Audit: HTTPS-Status, gültige Zertifikate, sichere Header (Content-Security-Policy, X-Frame-Options), keine bekannten Schwachstellen im eingesetzten System.
Typische Befunde: Ein Zertifikat, das in 30 Tagen abläuft. Eine alte Komponenten-Version mit bekannter Sicherheitslücke. Fehlende Sicherheits-Header.
6. Rechtliche Pflichten
Was prüft das Audit: Impressum aktuell, Datenschutzerklärung aktuell, Cookie-Banner rechtssicher, BFSG-Anforderungen erfüllt (sofern betroffen), KI-Hinweis-Pflicht (sofern KI eingesetzt), AGB aktuell.
Typische Befunde: Cookie-Banner ohne Ablehnen-Knopf gleichwertig. Datenschutzerklärung, die noch ein altes Tracking-Tool aufführt. Kein KI-Hinweis trotz eingebautem KI-Berater. Fehlende BFSG-Verbesserungen nach Stichtag.
Wie lange dauert ein gutes Audit?
Zwei sinnvolle Varianten je nach Site-Größe:
- Schnelles Audit (90 Minuten): Automatisches Werkzeug für die technischen Felder (Performance, SEO, Sicherheit), kurzer menschlicher Blick auf Inhalt, Conversion, Recht. Geeignet als Halbjahres-Routine für kleinere Sites bis 50 Seiten.
- Ausführliches Audit (halber Tag): Vollständige Checkliste aller sechs Felder, Stichproben auf Unterseiten, dokumentierte Befund-Liste mit Reparatur-Empfehlungen. Geeignet als Jahres-Routine, oder halbjährlich für größere Sites mit über 100 Seiten.
Wichtig: Beides muss dokumentiert werden. Ein Audit ohne schriftliche Befund-Liste ist verlorene Arbeit — die Erkenntnisse versickern in Mails und Notizen.
Audit-Werkzeuge: was lohnt sich
Für die technischen Felder gibt es solide kostenlose oder günstige Werkzeuge:
- Performance: PageSpeed Insights, Lighthouse, Real-User-Monitoring,
- SEO: Google Search Console (Pflicht), zusätzlich ein technisches Crawler-Werkzeug,
- Sicherheit: SSL-Check, Security-Header-Check, CVE-Scan für eingesetzte Komponenten,
- Rechtliches: aktuelle Cookie-Banner-Prüfer, BFSG-Checker.
Was kein Werkzeug ersetzt: den menschlichen Blick auf Inhalt und Conversion. Hero-Klarheit, Marken-Ton, Aktualität von Texten — das prüft kein Tool zuverlässig.
Audit-Routine im Kalender festziehen
Was diese Routine am häufigsten zum Scheitern bringt, ist nicht der Aufwand, sondern das Vergessen. Was hilft:
- Feste Quartalstermine im Kalender — zwei Quartale Audit, zwei Quartale Umsetzung.
- Audit-Verantwortlichkeit einer Person zugeordnet, nicht „dem Team“.
- Standard-Checkliste, die nicht jedes Mal neu erfunden wird.
- Befund-Tracker: Was wurde gefunden, was wurde repariert, was bleibt offen.
Mit dieser Routine ist eine Site nach zwei Jahren in besserem Zustand als zum Live-Tag — weil jede Audit-Runde Verbesserungen bringt, statt nur Verschleiß zu dokumentieren.
Was Hannes daraus macht
Wir bieten zwei Audit-Varianten an: einmal das kostenlose Selbst-Audit über unser Website-Check-Werkzeug, das die technischen Felder automatisch abprüft und in fünf Minuten einen Premium-PDF-Bericht liefert. Und einmal das ausführliche Audit als Beratungsleistung, bei dem wir auch Inhalt, Conversion-Mechanik und rechtliche Pflichten mit menschlichem Blick prüfen und einen Reparatur-Plan vorlegen. Für unsere eigenen Kunden ist das ausführliche Audit zweimal jährlich Teil der Betreuung — automatisch, ohne dass jemand daran denken muss.
Wenn du wissen willst, wo deine Site bei den technischen Audit-Feldern steht, ist das in fünf Minuten geprüft — kostenlos, ohne Login. Wer einen umfassenderen Blick mit Conversion- und Inhalts-Sicht will, kann das ausführliche Audit direkt buchen.
Häufige Fragen
Ist halbjährlich nicht zu oft? Reicht nicht einmal pro Jahr?
Können wir das Audit selber machen oder brauchen wir externe Hilfe?
Was passiert, wenn das Audit zu viele Befunde findet, die wir nicht alle reparieren können?
Was kostet ein professionelles ausführliches Audit?
Können wir Audit-Erkenntnisse selbst umsetzen, oder brauchen wir den Audit-Anbieter dafür?
Sollte ein Audit auch Inhalts-Vorschläge enthalten?
Das regeln wir — so sieht das bei uns aus.
Unsicher, wo deine Seite steht? Frag Hannes — er schaut sie sich an und sagt dir ehrlich, was zu holen ist.